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Imageträger Sport - Warum eigentlich? Antworten aus der Sicht einer Semiotik des Sports. Elk Franke
Bevor ich im einzelnen auf das Thema meines Beitrags eingehe, möchte ich Sie mit einer Frage konfrontieren, die einem Wettbewerb entstammen könnte, der in Deutschland im Hörfunk unter dem Titel "Echt oder Ente" stattfindet. In der Sendung werden einem ausgewählten Hörer verschiedene Meldungen vorgelesen, deren Gültigkeit er anschließend bestätigen oder verneinen muss. In einer solchen Sendung hieß es u.a., dass ein Stadtkämmerer (Finanzverwalter) einer mittelgroßen Stadt - angeregt durch die Entwicklung im kommerziellen Sportbetrieb - vorgeschlagen hat, dass das Städtische Orchester mit einer "Werbung am Mann" versehen werden sollte. Nach seiner Ansicht erschien es nicht mehr nachvollziehbar, warum diese in der Öffentlichkeit stehenden Personen ihre musikalische Darstellung immer in schlichter bzw. vornehmer dunkler Kleidung präsentieren müssen. In einem "weitergehenden Antrag" sollten diese Aufkleber auch für die Schauspieler der finanzschwachen Bühne gelten, die durch Haarband oder Kostümaufkleber eine gewisse Werbebotschaft verbreiten könnten.
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Ironie im Sport? Ein Beitrag zur Bedeutungsanalyse nicht-verbaler Symbole. Elk Franke
"Es gibt nichts, was nicht Thema der Wissenschaft werden kann". Mit diesem Satz mag der interessierte Laie die paradoxe Situation kommentieren, die sich für ihn ergibt, wenn er erfährt, daß die "strenge Wissenschaft" sich auch mit dem Witz, der Clownerie, der Ironie beschäftigt. Und in der Tat erscheint es zunächst verwunderlich, jenen Randbereich menschlicher Kommunikation, der nicht nur ausgleichende Entspannung suggeriert, sondern der anscheinend auch nur situativ, spontan erlebt werden kann, unter wissenschaftlichen Bedingungen zu erforschen.
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Das Spiel - Fundament oder Fassade des Sports. Elk Franke
Die vergangenen Tage haben es vielfältig gezeigt: Der moderne Sportbetrieb ist ein Thema, um das sich trefflich streiten läßt und an dem man sich ohne Mühe als Kritikus beweisen kann. Die Argumente liegen gleichsam auf der Straße des populären Vorverständnisses. Das marktorientierte Fernsehen, die absatzhungrige Wirtschaft, die eitlen Funktionäre, die geldorientierten Athleten geben die Farben für jenes Bild des Sports ab, das immer dann schnell gemalt wird, wenn es wichtig und richtig erscheint, den Zeigefinger zu heben oder enttäuschte Hoffnungen zu rechtfertigen. - Und Anlaß für solche distanzierte kritische "Bestandsaufnahme" gibt es immer häufiger. Sorgten noch in den 60er Jahren sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele oder Welt- und Europa-Meisterschaften nicht nur für einen Popularitätsanstieg des ausdifferenzierten Sportbetriebs, sondern auch für eine Kompensation zwischenzeitlich entstandener Skepsis gegenüber seinen Bedingungen, hat sich diese wohlwollende Grundeinstellung gegenüber dem modernen Sportbetrieb inzwischen deutlich relativiert.
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Semiotik des Sports - Eine Übersehende Variante der Theoriediskussion. Elk Franke
Theorien moderner Gesellschaften sehen sich zunehmend der Frage ausgesetzt, welche tieferen strukturellen Bindungen diese Gesellschaft zuläßt bzw. fordert. Dabei ist der institutionalisierte (methodische) Zweifel z.T. zu einem Zweifel an der Institution selbst geworden, wenn HONDRICH schreibt: "Was immer man den verschiedenen Soziologen-Schulen an Erkenntnissen abgewinnen kann, am Ende (steht) Ernüchterung. Sie haben zu dem, was die Welt heute bewegt, nichts zu sagen. Krieg und Gewalt, Völker und Nationen, die leidenschaftlichen Wir-Gefühle von Wertgemeinschaften kommen in ihnen nicht vor. Die Frage nach den Triebkräften der Solidarität haben wir Soziologen durch die nach Kommunikation ersetzt und unsere großen Theorien orientieren sich mehr an dem Selbstbild von Gesellschaften als an dem, was es ausblendet... Warum lassen sich Menschen auch in der Industriegesellschaft, von Aufrufen ihrer gemeinsamen Religion, Sprache, Herkunft, Glücks- und Leiderfahrung soviel tiefer und heftiger bewegen, als von den Appellen an gemeinsame Klassenlagen, ökologische Interessen, Frauensolidarität etc.?"
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Die Macht der Worte - verdeutlicht am Beispiel des Gesundheitsdiskurses im Sport des Sports
Franz Bockrath
Folgt man Bourdieu, so ist die "Wissenschaft von den Diskursen" als soziologische Pragmatik heute eher verwaist, "obwohl sie mit Pascal und den Provinciales, Nietzsche und dem Antichrist, sowie Marx und der Deutschen Ideologie außerordendliche Vorläufer hat" (vgl. BOURDIEU 1990, 115). Dabei ist es nicht einmal erforderlich, wie bei den genannten Autoren, einen ideologiekritischen Umgang mit Sprache ausschließlich am Beispiel großangelegter theoretischer Entwürfe auszuführen. Gesellschaftlich relevante Aussagen finden sich auch auf der Ebene alltäglicher Diskurse, mit dem Vorteil, daß hier ein direkter Bezug zur Lebenswirklichkeit der handelnden Akteure nicht erst hergestellt werden muß. Im folgenden soll deshalb am Beispiel des Gesundheitsdiskurses im Sport der Wandel seiner Bedeutung unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufgezeigt werden. Zu diesem Zweck werden drei verschiedenartige Texte aus drei unterschiedlichen Epochen der jüngeren deutschen Geschichte miteinander verglichen. Die Absicht dieses Verfahrens besteht darin, die "Macht der Worte" exemplarisch auf ihren jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zurückzuführen, um die möglichen Erfahrungszusammenhänge zu rekonstruieren, welche die Betroffenen mit den zu untersuchenden sprachlichen Formen assoziieren.
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Die Macht der Bilder - Vom sinnlichen Eindruck zum symbolischen Ausdruck
Franz Bockrath
Es mag einerseits vertraut, andererseits aber auch etwas ungewöhnlich erscheinen, Bilder und Macht in einen direkten Zusammenhang zu stellen. Dieser Zwiespalt rührt vermutlich daher, daß zwar die Art der Verwendung von Bildern gewöhnlich als Machtfaktor erkannt wird; ihre jeweilige "immanente Bedeutung" bleibt jedoch, so scheint es, diesem äußeren Zugriff entzogen. Zwischen dem reinen, symbolischen Gehalt und seinen sozialen Verwendungsweisen wäre demnach zu unterscheiden. Demgegenüber wird hier die Auffassung vertreten, daß Bedeutungen nicht an -oder - für - sich gültig sind, sondern nur im Rahmen ihrer jeweiligen Funktion und Zwecksetzung verständlich werden. Die Macht der Bilder soll im folgenden zunächst auf ihre soziale Logik zurückgeführt werden, die eine Logik der Verschleierung ist.
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