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Startseite > Publikationen > Die heiligen Helden im Sport

Repräsentation und Erfahrung - oder die Verwurzelung der Symbolwelten im Handeln
Elk Franke

Eine der wesentlichsten Veränderungen zeichnete sich im 20en Jahrhundert im Mediensektor ab. Die Technologie als Kombination aus Technik und Wissenschaft entwickelte dort eine Dynamik, bei der inzwischen die Medien selbst die Visionen ihrer eigenen Zukunft beschreiben. Waren es bisher Vorstellungen, geistige Entwürfe, die den Weg und Inhalt von fiktionalen Welten bestimmten, sind es inzwischen Bilder, die gleichsam real in anschaulicher Weise irreale Lebensbereiche beschreiben.

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Sieg und Niederlage als konstitutive Elemente des Sports
Elk Franke

Die Frage, ob der Sport eine eigene Welt mit eigenen Regeln und Gesetzen ist oder ein Handlungsfeld wie viele andere auch in unserer Gesellschaft, wird schon auf der populistischen Oberfläche kontrovers diskutiert. So rechtfertigte sich Manfred Höppner, stellvertretender Chef des Medizinischen Dienstes der DDR im Dopingprozeß im Mai 2000 mit der nicht neuen Frage:
"Während wir hier sitzen, erhalten heute zahlreiche Menschen in Arztpraxen Arzneimittel, damit sie halbwegs den Arbeitsalltag oder eine außergewöhnliche berufliche Belastung überstehen können. Wo ist hier der Unterschied zum Hochleistungssportler?"

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Der Sport - die Religion des 20. Jahrhunderts?
Elk Franke

Es gibt Situationen im Leben, denen wir gern eine Schlüsselbedeutung zuweisen. In ihrer verdichteten Form erschließen sie bisher verborgen gebliebene Lebensbereiche. Am 28.11.1993 gab es für mich einen solchen erhellenden Augenblick. Reinhold Mokrosch hatte seine zwei Mitstreiter für eine empirische Wertforschung überraschend am Freitagabend zum Fußballspiel des VFL ins Stadion An der Bremer Brücke eingeladen. Obwohl schon seit mehreren Jahren im Wettstreit um die Erforschung von Moralauffassungen miteinander verbunden, wurde erst am diesem Abend deutlich, welche integrierende Bedeutung ein Fußballspiel für eine Forschergruppe haben kann. Der Philosoph in dieser Runde zeigte sich als fachkundiger VFL-Fan, der Sportwissenschaftler mußte sich schon aus beruflicher Sicht engagiert zeigen und der Religionspädagoge gab dem Abend seinen interpretativen Stempel. Als in der Ostkurve nach dem Führungstreffer der Osnabrücker die Wunderkerzen angezündet und sie im Rhythmus des Anfeuerungsgesanges hin und her bewegt wurden, platzte es aus ihm heraus: "Das ist ja wie in der Kirche - nein, es ist in der Form von Ergriffenheit mehr als wir es dort vermögen" - Woraus sich die ironisch-nachdenkliche Frage ergab: "Ist der Sport die Religion des säkularen 20. Jahrhunderts?"

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Selbstfindung durch Selbstüberwindung? Anmerkungen zu Eros und Tod im Extremsport.
Franz Bockrath

Dem sogenannten Extremsport wird seit einiger Zeit von ganz unterschiedlicher Seite eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Nachdem die Extremsportler selbst in unterschiedlicher Weise Zeugnis über ihr jeweiliges Tun abgelegt haben, fragen inzwischen auch Pädagogen, Soziologen und vor allem Psychologen vermehrt nach seiner theoretischen Bedeutung. Dabei steht die Identitätsproblematik deutlich im Mittelpunkt des Interesses. Im folgenden ist beabsichtigt, diese Problemstellung am Beispiel des Extrembergsteigens zu erörtern, indem weniger die psychologische Seite als vielmehr ein Aspekt ihres philosophischen Hintergrundes beleuchtet wird.

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Mythisches Denken im Sport
Franz Bockrath

Das mythische Denken übt nicht von ungefähr einen besonderen Reiz aus - bietet es doch eine Projektionsfläche ebenso für aufgeklärte Rationalitätsansprüche wie für romantische Sehnsüchte, die unser "zivilisiertes Leben" in widersprüchlicher Weise beeinflussen. Es verwundert daher nicht, daß beispielsweise das Verhältnis von "Mythos und Logos" als wichtiges Abgrenzungsthema innerhalb der Philosophie diskutiert wird, die Literatur sich mit dem "indigenen Schreiben" und "kulturellen Lernen" beschäftigt oder daß Bücher und Seminare zur Alltagsbedeutung etwa der "indianischen Welterfahrung" sowie anderer neuer beziehungsweise alter Mythen angeboten werden.

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