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Symbolisches Wissen durch den Körper - Möglichkeiten für eine Renaissance bildungstheoretischen Denkens in der Sportpädagogik
Elk Franke

Ein systematischer Blick auf den "Büchertisch" der Pädagogik bestätigt die spontane Vermutung: Seit einer Dekade gibt es in den Erziehungswissenschaften eine neue Diskussion zur Bildung und Allgemeinbildung. Parallel zu gesellschaftspolitischen Debatten über den Stellenwert von Interventionen, von Investitionen in den Bildungssektor, über Vor- und Nachteile frühzeitiger Spezialisierung in der Ausbildung, über Forderungen nach übergreifenden Ausbildungsinhalten und lebenslanger Weiterbildung zeigt sich auch eine Wiederbelebung klassischer pädagogischer Fragestellungen und eine Renaissance bildungstheoretischen Denkens in erziehungswissenschaftlichen Diskursen. So fragte Eckehard Liebau schon vor 10 Jahren.

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Bildung - Semiotik - Ästhetische Erfahrung. Stichworte auf dem Weg zu einer neuen Legitimation sportpädagogischen Handelns
Elk Franke

Das Thema "Bildung" gehört seit einiger Zeit wieder zu den Stichworten öffentlicher Auseinandersetzungen. Nachdem es lange als Erblast einer falschen Gesellschaftspolitik der 70er Jahre den Finanzpolitikern überlassen worden war, mehren sich die Anzeichen, die Anzahl der Studienplätze, die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen oder die Höhe der Schulabschlüsse einer Generation nicht nur als ein Verteilungsproblem der Gegenwart, sondern auch als eine Chance für die Zukunft anzusehen. Spätestens seit der bildungspolitischen Rede des Bundespräsidenten im Herbst 1997, die weniger durch den Inhalt als durch die Symbolik Beachtung verdient, zeigt sich, daß der Begriff "Bildung" eine tiefergehende Bedeutung besitzt, als es funktionale Denkmuster der vergangenen zwei Jahrzehnte erkennen lassen .

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Erleben als pädagogische Kategorie?
Franz Bockrath

Das Erleben gilt neben der Erfahrung als Grundkategorie des Mensch - Welt - Verhältnisses. Während jedoch Erfahrungen methodisch und systematisch zu Erkenntnissen integriert werden, gilt dies für Erlebnisse nicht in gleicher Weise. Erlebnisse sind zuerst durch die Perspektive des Erlebenden bestimmt und betonen dadurch die subjektive Seite des menschlichen Daseins. So wird insbesondere in der Lebensphilosophie, die das Erleben zum Programm erhebt, das Mensch - Welt - Verhältnis einseitig vom Erlebenden aus gedeutet – mit der Folge, daß über "das Leben" und "die Welt" keine rationalen, sondern nur mehr metaphysische Aussagen getroffen werden.

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Bewegung - Erziehung - Habitusbildung
Franz Bockrath

Das Jahr 2004 wurde vom Europäischen Parlament zum internationalen Jahr der "Erziehung durch Sport" erklärt. Nahezu 12 Millionen Euro hat die EU für die Förderung von nationalen und europäischen Projekten in der Absicht zur Verfügung gestellt, vor allem jungen Menschen den besonderen "Wert des Sports für die Persönlichkeitsentwicklung, für die Ausbildung sozialer Fähigkeiten sowie für die körperliche Fitness ins Bewußtsein" zu rufen. Dabei sollen durch angestrebte Partnerschaften zwischen Schulen und Sportvereinen möglichst enge Bande zwischen Bildungseinrichtungen und dem organisierten Sport geknüpft werden - nicht zuletzt deshalb, um das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung mit Inhalt zu füllen.

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Ethik und Bildung im Sport? Moralerziehung zwischen pädagogischen Ansprüchen und Möglichkeiten
Franz Bockrath

Ethische Fragestellungen beschäftigen insbesondere die Geistes- und Sozialwissenschaften in zunehmender Weise. Dies mag als Hinweis auf einen Überhang ungelöster Probleme in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens gedeutet werden, von denen der Sport nur einen kleinen Ausschnitt repräsentiert. Von der Sportpädagogik wird erwartet, daß sie Antworten auf Problemstellungen wie etwa die steigende Konkurrenzorientierung und Gewaltbereitschaft in diesem besonderen Lebensbereich zu geben vermag. Sie soll, so die populäre Auffassung, Rezepte zur Verfügung stellen, die eine Moralerziehung auch im Sport gewährleisten. Dabei ist nicht einmal geklärt, welche pädagogischen Modelle überhaupt geeignet sind, um diesen Ansprüchen zu genügen.

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Fairness-Erziehung im Sport - empirisch gesehen
Franz Bockrath

In diesem Beitrag ist beabsichtigt, die bereits in der Überschrift genannten Themenbereiche in der folgenden Weise anzusprechen: Zunächst soll der Begriff Fairneß vor dem Hintergrund unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen erörtert werden (1). Im Anschluß daran sollen die strukturellen Auswirkungen der sogenannten Eigen- oder Sonderweltlichkeit des Wettkampfsports auf die spezifische Bedeutung der Fairneßvorstellungen in diesem Lebensbereich aufgezeigt werden (2), bevor hierzu einige Ergebnisse zweier empirischer Untersuchungen vorgestellt werden (3). Den Abschluß bildet die Frage nach der ethischen Relevanz von Sollensforderungen im Wettkampfsport und in der Sporterziehung (4).

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Rousseaus existentieller Selbstentwurf als Illusion des modernen Selbst
Franz Bockrath

"Ich existiere und habe Sinne, durch die ich beeindruckt werde. Das ist die erste Wahrheit, die mir entgegentritt, und die ich anzuerkennen gezwungen bin." (ROUSSEAU, 1993, S. 279) In dem bekannten "Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars" aus Rousseaus "Émile" von 1762 gibt der Autor einen genauen Einblick in sein anthropologisches Selbstverständnis. Im Unterschied zu der im späten 18. Jahrhundert äußerst populären Sensualphilosophie – man denke in diesem Zusammenhang etwa an die Auseinandersetzungen der französischen Enzyklopädisten mit den Theorien von Locke und Berkeley – begreift Rousseau die "Sinne, durch die ich beeindruckt werde", nicht als primäre Voraussetzung zur Erfassung der Welt. Auch wenn er die Ansicht teilt, daß die Wahrnehmungen und Vorstellungen unseren Begriffsbildungen zugrunde liegen, erscheint ihm wichtiger, daß "ich" es bin, der sich seines Daseins durch seine Sinnesempfindungen bewußt wird. Vom Standpunkt des "anthropologischen Sensualismus" (vgl. dazu RANG, 1959, S. 178) her gesehen liegt die Betonung auf dem Selbstempfinden, von dem aus die Wahrnehmung der Objekte erfolgt. Mag auch das sinnliche Erleben von den Objekten beeinflußt und "beeindruckt" werden - die existentielle Selbstwahrnehmung geht nach Rousseau den äußeren Erscheinungen und Gegebenheiten immer schon voraus.

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"Ursprünglichkeit und ungebrochene Natürlichkeit" - Über reformierte Leiber und gelehrige Körper in der Bewegungsdidaktik
Franz Bockrath

Dem Titel dieses Beitrags ist mit Absicht eine Formulierung aus der Aufsatzsammlung über das "Natürliche Turnen" von Karl Gaulhofer und Margarete Streicher vorangestellt. Denn trotz aller historisch geschulten Einwände und Vorbehalte etwa gegen die Bedeutung der von diesen Autoren ebenfalls angesprochenen "Sozial- und Rassenhygiene" , wird auch in neueren Veröffentlichungen weiterhin auf die Aktualität des turnpädagogischen Ansatzes für das Bewegungslernen verwiesen. Als positiv für das "Natürliche Turnen" wird dabei in aller Regel die Beachtung individueller Lernzugänge herausgestellt, die heute unter Begriffe wie "Erfahrungslernen" oder "offener Unterricht" gefaßt werden. Und während in modernen trainings- und bewegungswissenschaftlichen Abhandlungen das althergebrachte Reformkonzept der "erworbenen Natürlichkeit" beim Übergang vom Üben zum Können mit dem seelenlosen Begriff der "Automatisierung" belegt wird, scheint es, als böte schon der Rückgriff auf lebendigere Formulierungen eine menschlichere Alternative: "Die Bezeichnung 'Vitalisieren' soll, in Abgrenzung zur 'Automatisierung', die Individualität des Erwerbs von Bewegungsfertigkeiten hervorheben, den persönlichen Weg vom (geistigen) Wissen zum (leiblichen) Können."

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