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Mythos Highland Games - Zur Zivilisierung einer Volkskultur
Franz Bockrath

Beschäftigt man sich mit dem schottischen Sport sowie seiner Rezeption in Deutschland, so lassen sich zunächst zwei Zugangsweisen voneinander unterscheiden. Zum einen ist es möglich, den Blick auf populäre Sportformen zu richten, um den regionalen Stellenwert und die Besonderheiten ihrer Ausübung innerhalb Schottlands zu betonen. In diesem Zusammenhang würde man beispielsweise erfahren, daß Curling ein beliebter schottischer Wintersport ist, Rugby vorwiegend an Privatschulen unterrichtet wird und als upper class sport gilt, wogegen Golf in Schottland einen fast schon volkssportlichen Charakter besitzt. Auch eine nähere Beschäftigung mit dem schottischen Fußball würde zeigen, daß dieser Sport zur Alltagskultur dieses Landes gehört, insofern hier soziale, ethnische und nationale Besonderheiten zum Ausdruck kommen, wie sie in vergleichbarer Weise allenfalls in Spanien zu beobachten sind.

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Die Sinnlosigkeit sportlichen Handelns und das Freiwilligkeitspostulat - eine Herausforderung der Sportpädagogik?
Elk Franke

Mit seinem Definitionsversuch zum Thema "Sport" (1984) hat Meinhart VOLKAMER einen Aspekt in die sportpädagogische Diskussion eingebracht, der in anderen Bereichen der Sportwissenschaft schon breiter diskutiert, aber in sportpädagogischen Kontexten übersehen worden war: den Konstruktcharakter des Sports. Da er selbst die sportwissenschaftliche Hintergrunddiskussion zu diesem Thema nicht explizit erwähnt, soll im folgenden auf jene vorab stattgefundene eher philosophische Grundlagendiskussion in der Sportwissenschaft verwiesen werden, bevor ausführlicher auf einige seiner Argumente eingegangen wird

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Schmerzempfinden als Ausdruckserleben - Zur Technologisierung des Körpers am Beispiel der Haut
Franz Bockrath

In dem 1876 erschienenen kriminalanthropologischen Werk "L' Uomo delinquente" von Cesare Lombroso, das sehr schnell Verbreitung fand und in alle europäische Sprachen übersetzt wurde, heißt es [Bild 1]:

"Das Tätowieren ist eine der auffälligsten Erscheinungen beim Menschen im rohen, im Urzustande, bei dem sogenannten Wilden, vor allem in Bezug auf die Bereitwilligkeit, mit der er dieser schmerzhaften Operation sich unterwirft. Bezeichnend ist schon, daß der Name dafür einer ozeanischen Sprache entlehnt ist."

Auffällig ist, daß diese Form von Wildheit nicht nur irrational erscheint, insofern "im Urzustande" Schmerzen offenbar freiwillig ausgehalten, anstatt bewußt vermieden werden. Darüber hinaus fällt auf, daß der "rohe Umgang" mit dem eigenen Körper schon den Verdacht der Delinquenz mit sich führt. Dem Volksmund jener Zeit entsprechend, galt jeder, der sich tätowieren ließ, als ein Verbrecher.

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Zur gesellschaftlichen Bedeutung des Sports - Sport als Indikator für Werte- und Einstellungswandel
Elk Franke

Der vorliegende Beitrag war ein Plädoyer, die Frage der Wertrelevanz sportiven Handelns als eine differenzierte Herausforderung anzusehen und sie nicht als eine Aufforderung zu moralischen Sonntagreden misszuverstehen. Entsprechend sollten wir vorsichtig sein mit den Versprechungen, die insbesondere Politiker und Funktionäre hinsichtlich des Sports abgeben, wenn es um Fragen der Gewaltprävention, der Ausländerintegration oder der Gesundheitsvorsorge etc. geht.

Die Gewaltausschreitungen im Umfeld von Sportveranstaltungen, die Ausdifferenzierung in ethni-sche Gruppen in vielen Verbänden oder die Montagskrankmeldungen von Sportlern zeigen: das Thema Sport ist viel zu komplex, es hat es nicht verdient, dass es zu einem schlichten moralischen Instrument funktionalisiert wird. Anerkannte Wertforschung zum Sport ist nur möglich, wenn man sich einlässt auf die Komplexität des Gegenstandes, die Ambivalenz der Umstände und die prinzi-pielle Mehrdeutigkeit sozialer Ergebnisse.



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